Alpen 2008 – Zweiter Tag – Deutsche Alpenstraße


Wie schon unten beschrieben, war das Abendessen im Schönauer Hof sehr gut. Ich hatte ein riiiiieeeesen Omlett mit Tiroler-Speck. Und wenn ich meine „riesen“ dann meine ich das auch so. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Der Koch hatte wohl alle seine Eier verarbeitet die er noch hatte. Auf jeden Fall musste ich nach der Hälfte die Segel streichen, sonst wäre ich geplatzt.
Der Blick vom Balkon war an diesem Morgen nicht so toll. Nebel, bzw. Hochnebel und kalt war es. Typisches Herbstwetter eben. Nach dem sehr guten Frühstück und den wünschen der Hotelwirtin, Elke, machten wir uns in die Tiefgarage und holten unsere Mopeten. Nach dem wir Sie bepackt hatten ging es los. Wir hatten uns für diesen Tag eine sehr lange und schöne Tour vorgenommen. Wir wollten (fast) die komplette Deutsche Alpenstraße (auch als Motorradroute Süd bekannt) von West nach Ost abfahren.
Wir fuhren zuerst wieder ein Stück das Lechtal hinunter um dann bei Stanzach hoch in das Namlosertal abzubiegen. Diese Strecke kann ich nur jedem empfehlen. Die Straße hat eine sehr gute Beschaffenheit und geht in sehr vielen Kurven immer am Hang entlang. Hier bin ich vor zwei Jahren schon einmal mit meinem Nachbarn Peter gewesen und deshalb wollte ich die Strecke unbedingt nochmal fahren. Die Strecke führt über den Kelmer-Sattel (1360 m) und dann über den Berwanger-Sattel (1346 m). Nach Berwang geht es dann hinunter nach Bichlbach. Auch sehr schön.
Die folgende Strecke, die B 179 entlang bis nach Reutte, ist nicht so schön. Bundesstraße eben und der Zubringer zum Fernpaß. Aber dann bei Reutte Richtung Plansee. Wunderbar, immer an diese herrlich gelegenen See entlang. Anschließend über den Ammersattel (1082 m) und an Schloß Linderhof vorbei. Wer Zeit hat, und das Schloß noch nicht gesehen hat, sollte es sich unbedingt mal anschauen. Hier hat sich König Ludwig II. nach Schloß Neuschwanstein ein zweites Mal völlig verausgabt.
Plansee
Nächster Haltepunkt für uns war das Kloster Ettal. Leider konnten wir nicht von den Kloster Spirituosen kosten :-(. Nächste Station war in Garmisch-Partenkirchen die Olympiasprungschanze. Wahnsinn dieses Stadion. Es erinnert mit seinem Aussehen aber deutlich daran wer 1936 in Deutschland an der Macht war. Auf dem Weg dorthin verwehrte uns leider der höchste Berg deutschlands einen Blick auf seinen Gipfel. Die Zugspitze verhüllte sich in Wolken.
Kloster Ettal Olympiaschanze Garmisch-Partenkirchen Zugspitze in Wolken

Nächstes Etappenziel war der Walchensee. Eigentlich wollten wir nicht über Garmisch, sondern über den Kochelsee zum Walchensee fahren. Aber leider war es Samstag und am Wochenende ist die bekannte Kesselberg-Straße vom Kochelsee zum Walchensee für Motorräder gesperrt. An dieser Stelle vielen Dank an alle Motorradfahrerkollegen, welche sich „immer“ an die StVO halten. Ihr seit die Größten.
Direkt am Walchensee geht ein kleine schmale Privatstraße entlang. Die Befahrung kostet zwar ein paar Euro, aber die lohnen sich auf jeden Fall. Die Straße führt nach dem Walchensee durch die Jachenau. Hier hat Ottfried Fischer als „Bulle von Tölz“ schon so manchen Mord aufgeklärt.
Walchensee

Nach der Jachenau ging es dann über die B 13 und die B 307 hoch zum Sylvensteinstausee und zum Achenpass (942 m). Und dann hinunter zum Tegernsee. Auch eine sehr schöne gut ausgebaute Strecke. Dann an Tegernsee und Schliersee vorbei hinauf zum Ursprungpass (839 m). Jetzt könnte jemand sagen, „hallo, ihr habt das Sudelfeld ausgelassen!“ Richtig, das wollten wir uns für den Heimweg und dann bergauf aufsparen 😉
Sylvensteinstausee

Die Strecke vom Ursprungpass hinunter in das Inntal nach Kufstein ist aber nicht minder schön. Im Gegenteil! Hier findet man alles was ein Motorradfahrerherz höher schlagen lässt. Kurve an Kurve und ein gigantischer Ausblick. Der Rest der Strecke führte uns über die B 178 vorbei am wilden Kaiser direktnach St. Johann in unsere Pension, wo uns die Wirtin Hedi schon mit einem trockenen Garagenplatz erwartete.
Am Abend kamen wir noch in den Genuss des St. Johanner Knödelfests. Hier werden unzählige Knödelvariationen an der längsten Biergarnitur der Welt angeboten. Sehr zu empfehlen.
Wilder Kaiser vom Kitzbühler Horn

Hier die kurze Tourbeschreibung:
Bach, in Stanzach hoch in das Namlosertal, Berwang, Bichlbach, Reutte, Plansee, Linderhof, Ettal, Garmisch-Partenkirchen, Wallgau, Walchensee, durch die Jachenau, Lenggries, vorbei am Sylvensteinstausee, Achenpass, Tegernsee, Schliersee, Bayrischzell, Ursprungpass, Thiersee, Kufstein, Ellmau, St. Johann in Tirol. Gefahrene Kilometer 290 km.

Hier die Tour für Tom Tom und hier als GPX-File.

Höhenprofil Bach - St. Johann
Tour Bach - St. Johann Teil 1 Tour Bach - St. Johann Teil 2

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